IN DER JUBILÄUMSHALLE 10 ZEIGEN HISTORISCHE RENNWAGEN IHRE FARBEN
Neben starken Motoren und hochkomplexer Technik, echten Typen und starken Frauen hinter dem Lenkrad haben Rennwagen eine weitere Besonderheit: beeindruckende Farben und auffällige Designs. Diese sollen nicht nur den Zuschauer faszinieren und beim Rennen eine bessere Übersicht ermöglichen. Die Farben sollen den Gegner wie eine Kriegsbemalung einschüchtern und ihn bis in seine Träume verfolgen. Der Legende nach wurde 1934 beim Mercedes-Benz W25 der weiße Lack abgeschliffen, um das Gewichtslimit des neuen Reglements zu erfüllen. Bis Mitte der 50er Jahre sorgten dann die Silberpfeile von Mercedes-Benz und der Auto-Union mit den Marken Audi, Horch und DKW auf den Rennstrecken für „Angst und Schrecken“ bei den Kontrahenten. Die Farben Weiß und Silbergrau wurden zum Synonym für Deutsche Ingenieurskunst im Motorsport. Auch die anderen europäischen Motorsportnationen sind fest mit Farben verbunden: Die Farbe Rot stand zwar zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch für die USA, wurde diesen aber in den 1920er Jahren von Italien streitig gemacht und wird bis heute mit den legendären Rennwagen von Ferrari und Alfa Romeo in Verbindung gebracht. Blau steht für Frankreich (Bleu de France) und wurde von vielen berühmten Teams wie Alpine, Bugatti, Matra und Peugeot eingesetzt. Und das British Racing Green geht vermutlich auf einen Einsatz eines Rennwagens von Napier & Son auf der „grünen Insel“ Irland zurück und ziert bis heute die Boliden der britischen Teams und viele Sportwagen.
Beim South African Grand Prix 1968 fuhr das Team Gunston einen Brabham mit auffälligen Farben und dem Logo der Zigarettenmarke Gunston, und läutete damit eine neue Ära ein. Rennwagen wurden zu rollenden Werbeflächen für Konsumgütermarken statt nur für technische Partner. Die Zigarettenindustrie spielte jahrzehntelang eine führende Rolle im Motorsport-Sponsoring, die Designs von Marlboro, John Player Special und Rothmans sind eng mit den Emotionen der Fans und Fahrer verbunden. Da Tabakwerbung in vielen Ländern ab den 1970er mehr und mehr reguliert wurde, war das Sponsoring im Motorsport durch die internationale TV-Präsenz besonders attraktiv. In der europäischen Union führte eine Richtlinie im Jahr 2003 zu einem Verbot von Tabakwerbung und Sponsoring im Sport dazu, dass ab 2005/2006 klassische Zigarren- und Zigarettenlogos weitgehend von Rennwagen verschwunden sind. In vielen Fällen versuchten Teams und Hersteller mit „Alibi-Marketing“ kreative Umgehungen wie Streifendesigns oder Barcode-Elemente, die an Marken erinnerten, ohne den Namen zu zeigen.
Durch das Sponsoring für alkoholische Genussmittel sind ebenfalls ikonische Motorsport-Marken entstanden. Das Martini-Racing Design ist in der Motorsport-Szene ebenso wenig wegzudenken, wie die orangenen Boliden im Jägermeister Design. Ab 1972 schrieb Ecki Schimpf mit dem Jägermeister Racing Team auf der Rennstrecke Geschichte. Angefangen hat alles mit dem damals schnellsten 914/6, mit dem Ecki Schimpf selbst um die schnellsten Runden gefahren ist. Anders als beim Tabak gibt es bei der Werbung für Alkohol kein globales Verbot, sondern ein Geflecht aus nationalen Werbegesetzen und Selbstregulierung. Einige Sponsoren setzen auf verantwortungsvolle Botschaften oder alkoholfreie Marken im Rahmen von Motorsport-Partnerschaften. So zog sich beispielsweise Jägermeister im Jahr 2000 aus dem Motorsport zurück. In den 28 Jahren Jägermeister Racing sind Legenden wie Niki Lauda, Jochen Mass, Klaus Ludwig, Graham Hill, Hans-Joachim Stuck und Stefan Bellof in der Farbe Orange in verschiedensten Rennserien um Punkte gefahren.
Zusammenführung verschiedener Motorsport-Disziplinen
Bei der Sonderausstellung „Colors of Racing“ bringen Stefan Katzer & Friends auf über 2.000 m² originale Rennfahrzeuge der verschiedenen Motorsport-Disziplinen zusammen. So werden aus dem Rallye-Sport unter anderem die beiden originalen Audi Sport Quattro von Stig Blomqvist und Michèle Mouton, zwei original Opel Ascona von Walter Röhrl, der Lancia Delta S4 von Henri Toivonen und der legendäre Porsche 953 von Jacky Ickx zu bewundern sein.
Bei den Langstrecken- und Kurzstreckenrennen werden die originalen Rennwagen nicht weniger spektakulär: Neben dem Mercedes CLR (Le Mans 1999) einem Aston Martin DBRS9 (Le Mans 2007) werden auch ein Porsche 356 (dreimaliger Teilnehmer Le Mans Classic) und ein BMW 2002 Turbo zu sehen sein. Mit dem BMW hat Walter Röhrl im Jahr 1977 bei den 200 Meilen von Nürnberg am Norisring für Begeisterung gesorgt. Insgesamt werden über 30 Fahrzeuge ihren Farben zeigen und ihre Geschichten erzählen. Unterstützung beim Erzählen der Geschichten bekommen die Rennboliden von aktuellen Fahrern sowie Rennfahrer-Legenden aus den verschiedenen Disziplinen. Bei Talkrunden und Autogrammstunden kommt der ein oder anderen Legende, umrundet von so vielen Original-Fahrzeugen, bestimmt die ein oder andere persönliche Anekdote in den Sinn. Für die „Sicherheit“ sorgen zwei originale Porsche aus der ONS-Staffel, nämlich ein 928 und ein 914/6, der damals das schnellste Feuerwehrauto der Welt genannt wurde.
Die Stärksten machen sich für die Schwächsten stark
Mit ihren Pferdestärken dominierten die historischen Rennwagen in der Vergangenheit die Rennstrecken auf der ganzen Welt. Nun zeigen sie in der Sonderausstellung „Colors of Racing“ nochmal Ihre Stärke und wollen damit den Schwächsten der Gesellschaft helfen: unseren Kindern.
Vor, während und nach der Sonderausstellung wird es mehrere Möglichkeiten geben, die Uwe-Feser-Kinderstiftung bei ihrer gemeinsamen Mission mit Colors of Racing zu unterstützen: Unbürokratische und direkte Förderung von schuldlos benachteiligten Kindern und Familien.
Auf der Homepage www.colors-of-racing.com finden Sie weitere Informationen rund um die Sonderausstellung, die verschiedenen Fahrzeuge und natürlich auch die Spendenaktionen. Lassen Sie sich begeistern von den tollen Farben der Rennwagen und einem spannenden Rahmenprogramm.
Stefan Katzer & Friends sowie viele Rennfahrer-Legenden freuen sich auf Ihren Besuch und spannende Benzin-Gespräche.
Weitere Informationen:
Stefan Katzer Tel.: 0151 2075 8550
E-Mail: info@colors-of-racing.com
Homepage: www.colors-of-racing.com








